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29-04-2026

Jubiläumsfest unter dem Motto "engagiert – feministisch – mutig"

Am Samstag feierten die Evangelischen Frauen im Rheinland ihr 125-jähriges Bestehen

© Evangelische Frauen im Rheinland

„Engagiert – feministisch – mutig“
125 Jahre Evangelische Frauen(hilfe) im Rheinland und Entpflichtung von Pfarrerin Dagmar Müller

Ein 125-jähriges Jubiläum ist ein Grund zum Feiern! Unter dem Motto „engagiert – feministisch – mutig“ blickt der Verband zurück auf eine bewegte Geschichte. Vom Niederrhein bis zum Saarland kamen am Samstag 140 Frauen aus dem Gebiet der rheinischen Kirche und aus anderen Verbänden und Organisationen nach Bad Godesberg, um miteinander zu feiern, Erinnerungen zu teilen und sich über verschiedene Themen auszutauschen.

Den Festvortrag „Postpatriarchales Chaos — und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern“ hielt Politikwissenschaftlerin, Theologin und Journalistin Dr. Antje Schrupp. Als Orientierungspunkte entfaltete sie in 10 Thesen ihre Gedanken, die helfen können, in dieser Zeit nicht den Mut zu verlieren. „Feminismus und Frauenbewegung waren unglaublich erfolgreich. Die Leben und Möglichkeiten von Frauen haben sich in den letzten hundert Jahren radikal verändert“ sagte sie, und das führt zu Veränderungen. Die Zeit des Patriarchats ist vorbei. Antje Schrupp spricht von einem „postpartriachalen Chaos“ und betont, dass feministische Strategien darauf reagieren müssen. In ihrem Vortrag sprach sie über den Unterschied zwischen Optimismus und Hoffnung: „Hoffnung ist etwas anderes als Optimismus und „positives Denken“. Hoffnung beginnt damit, die Lage klar zu sehen — und trotzdem zu handeln.“ Sie ermutigte die Frauen, auch in herausfordernden Zeiten den Blick nach vorn zu richten.

Die Geschichte des Verbands wurde durch ein eindrucksvolles Zeitzeuginnen-Stück von Pfarrerin Dagmar Gruß lebendig. Der Aufsichtsrat ließ Frauen zu Wort kommen, die den Verband prägten: Kaiserin Auguste Victoria, die Gründerin der Frauenhilfe; Laura von Oelbermann, die erste Vorsitzende des Rheinischen Provinzialverbands; Magdalene von Waldthausen, die als Vorsitzende der Rheinischen Frauenhilfe in der NS-Zeit deutlichen Widerstand leistete, unter ihrer Leitung schloss sich die Frauenhilfe der Bekennenden Kirche an; Frieda Schindelin, eine der ersten Pfarrerinnen im Rheinland und die erste Theologin, die hauptamtlich ab 1937 in den Frauenhilfe-Gruppen unterwegs war und durch intensive Bibelarbeit mit den Frauen das biblische Fundament ihrer Haltung gegen das nationalsozialistische Regime stärkte, und noch einige andere bedeutende Frauen.

Eine begleitende Ausstellung veranschaulichte die Entwicklung vom Rheinischen Provinzialverband über die Evangelische Frauenhilfe im Rheinland bis zu den Evangelischen Frauen im Rheinland heute, einem modernen Verband mit den Schwerpunkten sozial-diakonische Arbeit, gemeindliche Frauenarbeit und Bildung. Mit Frauenkirchentagen, Pilger- und Oasentagen haben sich in den letzten Jahren viele neue Veranstaltungsformate entwickelt, um Frauen zu ermutigen und zu stärken.

Den Abschluss bildete ein bewegender Gottesdienst, in dem Dagmar Müller durch Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen als Leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauen im Rheinland e.V. und Geschäftsführerin der Diakonischen Einrichtungen gGmbh von ihrem hauptamtlichen Dienst entpflichtet wurde. 
Ein Tag voller Begegnungen, Inspiration und Gemeinschaft. (Christine Kucharski)
 

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